Geschichte
Ein Haus mit Wurzeln in der Region
Seit 1848 gibt es in Wurbis das Gasthaus “Drei Linden” - im
Volksmund “Käseschänke” genannt. Die drei Linden vor dem Haus
wurden 1804 gepflanzt. Vom Gasthaus aus bietet sich ein Blick auf das Cunewalder Tal.
Unser Weg
Aus einem Weberhäuschen wurde die “Käseschänke”
Als am Ende des 18. Jahrhunderts die rasch zunehmende Bevölkerung nicht mehr nur allein Beschäftigung in der Landwirtschaft fand, mussten sie viele Bauernsöhne und –töchter einen neuen Broterwerb suchen. Sie fanden ihn in der Handweberei. Meist auf dem elterlichen Grundstück wurden kleine Fachwerkhäuser errichtet, in denen bald ein bis zwei Webstühle klapperten und für ein recht mühsames Auskommen sorgten. Auf einem zugekauften oder zugepachteten Stück Land wurden Feldfrüchte angebaut und meist Ziegen gehalten. Damit konnten die Familien mit ihrer recht zahlreichen Kinderschar zumindest überleben. Zu Wohlstand und Reichtum gelangten sie trotz fleißiger Arbeit nicht, obwohl der Webstuhl von früh bis spät in die Nacht nicht still stand und auch die Kinder fleißig mithelfen mussten.
So mag es auch in dem kleinen Dorf Wurbis gewesen sein, als 1802 junge Leute ein Fachwerkhaus bauten und sich mit der Handweberei und einer kleinen Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt verdienen wollten. Aber sie waren recht findig und erkannten schnell, dass man sich mit einem kleinen Handel etwas Geld dazu verdienen könnte. So ist verbürgt, dass mit dem Hausbau im Gewölbe ein kleiner Kramladen mit Ausschank eingerichtet wurde. Zwei Jahre später wurden vor dem Gebäude drei Linden gepflanzt.
Kurt Lebelt war Gastwirt der „Käseschänke“ von 1955 bis 1981. In dieser Zeit wurde durch Umbauten und Erweiterungen die Gastronomie wesentlich verbessert, 1978 konnten neue Toiletten sowie ein Gesellschafts- und Vereinszimmer gebaut werden. Das Gasthaus entwickelte sich zu eine gut besuchten Lokal, nicht zuletzt wegen der wunderschönen Lage mit einer herrlichen Aussicht auf das Cunewalder Tal und die umliegenden Berge. Aus Altersgründen übergab Kurt Lebelt 1981 die Gaststätte an seinen Sohn Werner Lebelt, und der tat ein Übriges dazu, um das Lokal noch attraktiver zu gestalten. Er konnte in einem in der Nähe gelegenen Bauerngehöft eine gut ausgestattete Pension für etwa 18 Gäste einrichten, die sich großer Beliebtheit erfreut und von Gästen aus nah und fern gern aufgesucht wird.
Es lohnt sich schon, dieses herrliche Stück Oberlausitzer Heimat kennenzulernen, zumal es auch recht verkehrsgünstig an der B96 liegt und außerdem mit dem Linienbus Bautzen – Oppach zu erreichen ist. Wer aber noch gut zu Fuß ist, sollte eine Wanderung nach Wurbis einplanen. Durch den schön gelegenen Ortsteil Matschen und über den Matschenberg (Autocross-Rennstrecke) erreicht man nach ca. 50 Minuten Wurbis, dabei ist die B96 zu überqueren. Nach einer Rast könnten weitere Wanderziele angesteuert werden, so Crostau, Schirgiswalde, der Sohlander Stausee und die Kälbersteine.